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Sind Tagesgeldkonten empfehlenswert?
Wenn es um Geldanlagen geht, sind viele Privatanleger angesichts der im Rahmen der Finanzkrise gemachten Erfahrungen sehr vorsichtig geworden.
So werden in aller Regel möglichst schwankungsarme Anlagevarianten bevorzugt. Und das, obwohl sich das derzeitige Zinsniveau durchaus
noch auf einem historisch niedrigen Level bewegt und derartige Anlagen dadurch nur schlecht verzinst werden. Die Vorteile des Tagesgeldkontos liegen auf der Hand: tägliche Verfügbarkeit, Sicherheit, keinerlei Schwankungen und Kündigungsfristen. Dennoch liegt im variablen Zins das „Problem“ für den Anleger. Denn eine gewisse Planungssicherheit hinsichtlich des Zinsertrages besteht nicht. Wie erwähnt kann das Kreditinstitut seinen gezahlten Zins jederzeit ohne Begründung ändern. Bei einer Festzinsanlage wäre solch eine Zinsanpassung hingegen vertraglich ausgeschlossen. Der Run auf Tagesgeldkonten begann bereits im Laufe der Finanzkrise. Denn zu dieser Zeit stiegen die Zinsen für kurzfristige Anlagen. Der Grund dafür lag in der Tatsache, dass sich die Banken untereinander nur noch bedingt vertrauten. Nach der Pleite des Bankhauses „Lehmann-Brothers“ war die Unsicherheit der Bankhäuser sehr groß. Die Folge waren deutlich steigende Zinsen. Kapital wurde praktisch „teurer“. Demzufolge wichen viele Kreditinstitute auf die Kapitalbeschaffung im Privatkundengeschäft aus. Sie hoben die gebotenen Zinsen an – zum Teil sehr deutlich. Angesichts der Vorteile einer Tagesgeldanlage und der damals vergleichsweise hohen Verzinsung nutzten viele Privatpersonen diese Variante der Anlage – verständlicherweise. Im Nachhinein betrachtet war allerdings klar, dass die Zinsen am Geld- und Kapitalmarkt wieder fallen mussten. Nämlich dann, wenn sich die Vertrauenslage zwischen den Geldhäusern wieder entspannt. Mit abflauen der Finanzkrise und langsam wieder steigenden Wertpapierkursen an den Kapitalmärkten, fielen die Zinsen dann auch – und zwar deutlich. Das Problem der Anleger, welche Tagesgeldkonten nutzten, war logisch. Der Zins dieser Konten fiel in den Keller. So wurde die über einige Zeit durchaus attraktive Anlageform des Tagesgeldkontos plötzlich eher weniger ertragreich. Eine während der Hochzinsphase abgeschlossene Festanlage hingegen behielt ihre vereinbarten Zinskonditionen.
Aus den Entwicklungen der Finanzkrise bzw. der Zinsen am Kapitalmarkt sollten Anleger lernen. Denn es war zu beobachten,
dass viele Privatpersonen ihr Tagesgeldkonto zur langfristigen Anlage nutzten. Und dafür ist das Tagesgeldkonto grundsätzlich nicht zu empfehlen.
Denn aus der beschriebenen Unsicherheit bezüglich des möglichen Ertrages entsteht dem langfristig orientierten
Anleger ein großer Nachteil – zumindest für den Teil seines Kapitals, auf das er länger verzichten kann bzw. möchte. |
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